Schweine von der Eichelweide: was macht sie so beliebt? Wie werden sie gehalten? 

 

Nach spanischem Vorbild mästen ein paar Bauern in Hohenlohe ihre Schweine auf der Weide mit Eicheln. Das Fleisch ist wegen seines nussig-fernherben Aromas und dem hohen Fettanteil im Magerfleisch bei Gourmets beliebt!

 

Strenge Kriterien

für die Haltung von Schwäbisch-Hällischen Landschweinen von der Eichelweide:

  • Schweine müssen mindestens 3 Monate auf der Weide stehen.
  • Maximal 15 Tiere pro ha. Die Weide muss Waldflächen beinhalten.
  • Hölzerne Schutzhütte oder offener Stall als Wetterschutz.
  • Futterration muss mindestens 20% Eicheln enthalten.
  • Verbot von gentechnisch veränderten Bestandteilen.
  • Kurzer Transport: Bauern bringen Tiere selbst zum Schlachthof.
  • Der Schlachthof gehört den Bauern und ist nur der Qualität verpflichtet.
Kotelett vom Eichelweideschwein

Fett und gesund

Eicheln haben einen hohen Stärke- und Fettgehalt. Die Eichelfütterung erhöht den Anteil intramuskulären Fetts im Fleisch – erkennbar an den feinen Äderchen der Marmorierung. Zudem weist das Fettsäuremuster der Eicheln hohe Anteile ungesättigter Fettsäuren auf und die sind bekanntlich besonders wertvoll für die menschliche Ernährung. Die Fettsäuren finden sich später im Speck der Schweine wieder.

 

Hmmmmmmmm, lecker!

Bei Blindverkostungen haben Testpersonen Fleisch aus der Eichelmast bezüglich Geschmack deutlich besser bewertet als Fleisch herkömmlich gefütterter Schweine. Das Aroma wird als nussig und feinherb beschrieben.

 

Was fressen Eichelweideschweine genau?

Von Frühling bis weit in den Herbst hinein versorgen sich die Mohrenköpfle, wie sie ihrer charakteristischen Färbung wegen genannt werden, auf der Schweineweide mit allem, was ihnen die Natur zu bieten hat: Wurzeln, Kräuter und Beeren. Zusätzlich bekommen die Schweine Getreideschrot aus den klassischen Hohenloher Getreidearten Gerste und Weizen, Bohnenschrot sowie 20 Prozent Eicheln zu fressen.

Tradition seit Jahrhunderten

Die Eichelmast ist im Hohenloher Land seit Jahrhunderten die traditionelle Form der Schweinemast. Die Hohenloher Bauern haben sich wieder auf diese uralte Form der Eichelmast besonnen und legen wieder Weiden an, auf denen die altehrwürdige Landrasse mit saftigem Grün und fetten Eicheln und kernigem Getreideschrot gemästet werden.

Schweine auf der Eichelweide.

 

20% Eicheln? Wo kommen die her?

Damit die Schweine den ganzen Sommer über Eicheln zum Fressen bekommen, ruft die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft alljährlich im Herbst zum Eichelnsammeln auf. Für die Sammler gibt’s 0,50 Euro pro Kilogramm Eicheln. Rund 40 Tonnen Eicheln haben Schulklassen, Rentner und fleißige Sammler in den letzten zwei Jahren zusammengetragen. Die Früchte werden mit der Abwärme einer Biogasanlage sechs Wochen lang auf zehn bis zwölf Prozent Feuchte heruntergetrocknet und lagerfähig gemacht.

Guter Boden nachhaltig genutzt

Die Muschelkalkböden im Hohenloher Land bieten einen besonders guten Nährboden für Eichen. Das haben seit jeher die Bauern genutzt: Noch bis in die 1940er Jahre trieben Hirten ihre Schweine in die Hohenloher Eichen- und Buchenwälder, damit sie sich dort mit Waldfrüchten satt- und fett fressen konnten. Laut Erzeugerrichtlinie des Schwäbisch-Hällischen Eichelmastschweins dürfen nicht mehr als 15 Schweine pro Hektar weiden. So sind nach dem Winter nie mehr als 15% der Fläche umgewühlt. Die beschädigten Stellen werden im Frühjahr eingeebnet, angesät und gewalzt.

 

Portraitfoto Martin Seefried. Der Naturmetzger.

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